Berufskolleg für Technik und Gestaltung Gelsenkirchen
Kunst-Geschichte-Foto-Projekt "Spurensuche"
 14. 02. 2008: Geschichte vor Ort erleben, die Vergangenheit in der Gegenwart spüren, konkrete Spurensuche auf Straßen, Plätzen, in Häusern betreiben, das ist das Konzept eines Projekts, das unter der Leitung des Essener Professors Franz-Rudolf Knubel, einem wichtigen Künstler des Reviers, durchgeführt wird. 
Nachdem Prof. Knubel den Schülern seine Ausstellung „… zur kleinsten Schar“ und die intendierten Absichten des Projekts vorgestellt hatte, entschieden sich die Schüler der Klassen BGJ-FR analog zum Vorgehen von Prof. Knubel zu arbeiten. Sie wollten sich über Opfer des Nationalsozialismus in Gelsenkirchen informieren und ihrerseits Spuren dieser Opfer finden. Nach einigen Recherchen im Institut für Stadtgeschichte entschied sich die Klasse BGJ-FR für drei Schwerpunkte: Walter Jarrek, ein Kommunist, der mehrfach verhaftet wurde und im direkten Umfeld der Schule gelebt hat. Paul Bukowski, ein Bergmann, der ebenfalls dem kommunistischen Widerstand zugerechnet werden konnte und der 1944 hingerichtet wurde. Das Ehepaar Margarethe und Alfred Zingler, die bereits 1933 ins niederländische Exil gingen, von dort aus den sozialdemokratischen Widerstand unterstützten und 1943 verhaftet wurden. Alfred Zingler wurde hingerichtet, Margarethe Zingler verblieb  bis zu ihrer Befreiung durch die Alliierten im KZ.
Ein Lehrerteam, Nicole Rudorf, Stefan Bienk, Dr. Christian Hellmann, Ulrich Kissenkötter und Hans-Jürgen Nickel begleitete die Schüler bei ihren Arbeiten.
Die Schüler recherchierten die jeweiligen Biografien und ermittelten mit Hilfe von Literatur, dem Internet und weiteren Informationen vom Institut für Stadtgeschichte die Lebenswege der Personen, die Adressen von deren Wohnorten und Arbeitsstätten. Sowohl von Paul Bukowski als auch vom Ehepaar Zingler konnten die Schüler Briefe finden. 
Von den Briefen wurden Abschriften mit verschiedenen Schreibwerkzeugen hergestellt. An den Wohnorten und Arbeitsstätten erstellten die Schüler Frottagen. 
Ergänzt werden diese Arbeiten durch einen Stadtplan, welcher die aufgesuchten Orte darstellt, sowie Fotos der jeweiligen Orte.
Das gesamte Projekt wurde fächerübergreifend in den Unterricht eingebunden. Im Fach Geschichte/Gesellschaftslehre wurden die historischen Hintergründe bearbeitet, während im Fachunterricht sowohl die Arbeitstechniken erarbeitet als auch die praktischen Arbeiten erstellt wurden.

Die Klasse GFU 1 hat sich im Religionsunterricht mit dem Lebenslauf von Ernst Käsemann, einem Pfarrer aus Gelsenkirchen-Rotthausen beschäftigt. Käsemann wurde wegen seiner Kritik am Nationalsozialismus aus der „Glaubensbewegung Deutscher Christen“ ausgestoßen, im August 1937 verhaftet und wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetzt verurteilt.

Schüler der BGJ-FR: Kerstin Asmus, David Hirsch, Tobias Lade, Marlene Leese, Sandra Lipski, Marc Posluszny, Raffael Schliep, Simon Schulz, Heike Schuster,  Kevin Sloter, Mandy Splettstößer, Jendrik Statnik, Kevin Volkmer, Benedikt Wessel.
Schüler der GFU 1: Daniela Giese, Jenny Glittenberg, Lena Hedermann, Katharina Kus, Jan Lamprecht, Steffen Mengel, Verena Niehard, Anna Otte, Sarah Schulpin, Carina vom Dorf, Katharina Willem.